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Das Glockenprojekt

Geschichte des Geläutes

Die einzelnen Glocken

Läuteordnung

Glocken für St. Petri

Die Bleichermädchen-Sage

 

Kurze Geschichte der Glocken der Rostocker Marienkirche

Die Glockengeschichte von St. Marien wird hier nur sehr knapp wiedergegeben, da anläßlich des Restaurierungsprojektes zwei detaillierte Publikationen zum Rostocker Glockenbestand veröffentlicht wurden und in der Marienkirche erhältlich sind.

Noch bevor die Kirche ihre heutige Gestalt erreichte, existierten die 1379 von der Monkehagen-Werkstatt gegossene Stundenglocke in der Turmspitze (welche eine entsprechende Uhr zur Ansteuerung voraussetzt) sowie die Ende des 13. Jhdts. von einem unbekannten Meister gegossene Bürgerglocke. Möglicherweise existierten weitere, uns heute unbekannte Glocken.
1409 goss Monkehagen die Große Glocke, welche mit ihrer überschweren Rippe und den wunderbaren Ritzzeichen die bedeutendste Glocke des Geläutes ist.  1440 wurde eine kleine Glocke (Chorglocke) für den dachreiter gegossen, die kleine “Bleichermädchen” genannte Golcke kam hinzu. 1619 goss Hans Westfal eine Viertelstundenschlagglocke, die 1732 von Laurentius Strahlborn umgegossen wurde.

1908 zersprang die Große Glocke (möglicherweise unter Einfluss der im selben Jahr beschafften HEW-Läutemaschine), und es wurden zur Ergänzung der Bürgerglocke ebenfalls 1908 zwei große Glocken von der Fa. Ohlsson (Lübeck) gegossen. Diese wurden kurz darauf (1917) als Metallspende für den I. Weltkrieg eingeschmolzen. 1930 lieferte Fa. Ulrich (Apolda) zwei Ersatzglocken, welche wiederum 1942 ebenfalls zu Kriegszwecken vom Turm genommen wurden, ebenso wie Chorglocke und Wächterglocke. In den letzten Kriegstagen sprang die Bürgerglocke durch einen Granattreffer im Turmdach.

Nach dem Krieg kehrten Wächterglocke und Chorglocke zurück, erstere kam aber nach St. Petri, letztere wurde nach Heiligendamm verborgt, wo sie letztlich verlorenging. Schweißversuche an Großer und Bürgerglocke erfolgten 1950, sie mißlangen aber. Die beiden Glocken wurden in der Kirche aufgestellt, erst 1979 wurde ein Dreier-Geläute aus der von St. Petri ausgeborgten Viertelstundenglocke von 1548 und zwei Neugüssen der Firma Schilling in Apolda gebildet. Dieses soll künftig im seit 1942 glockenlosen Turm der Petrikirche läuten.

Nachdem 2009 die Turmsanierung begonnen und 2010 die vier mittelalterlichen Glocken erfolgreich restauriert wurden, konnten diese in den Turm gebracht werden. Als zusätzliche Entlastungsglocken zur Schonung des Altbestandes und als klangliche Ergänzung wurden im Januar 2011 die Betglocke und im Oktober 2011 die Sakramentsglocke von Fa. Bachert in Karslruhe gegossen. Beide Glocken gestaltete der Rostocker Bildhauer Wolfgang Friedrich. Das Geläute wurden am 7. Mai 2010 geweiht (Sakramentsglocke: 18. Dezember 2010).

Das Geläute hat heute folgende Disposition:

Untenstehende Zeittafel bringt einen Überblick über die Glocken. Die 1908 von Ohlsson, 1930 von Ulrich und 2011 von Bachert gegossenen jeweils zwei Glocken sind als 1. und 2. “neue Glocke” geführt.

Zu jeder noch existierenden Glocke sind entsprechende Informationen, Bilder, Ton- und Videoaufnahmen erhältlich. Gehen Sie bitte auf die Glockenübersicht>>, oder klicken Sie in den Grafiken auf die Namen.

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